Omul – Baikal (Coregonus migratorius)

Coregonus_migratorius

Der Omul oder Baikal-Omul (Coregonus migratorius) ist ein Vertreter der artenreichen Gattung Coregonus und entfernt verwandt mit Lachs und Forelle. (Salmonidae).

Er gilt als eine im weiteren Sinne endemische Art, da er außer im Baikal nur in wenigen angrenzenden Gewässern vorkommt. (Tschiwyrkui, Angara, Kitschera, Bargusin, Selenga und im Chöwsgöl Nuur)

Man sagt, er ist damals aus dem Polarmeer über die Flüsse in den Baikalsee gelangt. Zur Fortpflanzung begibt sich der Omul zwischen August und Oktober in die Zuflüsse des Baikal, laicht dort und kehrt in den Baikalsee zurück. Im Frühjahr folgen dann seine Nachkommen, viele Millionen Kleinfische. Die Fische wachsen nur langsam heran und brauchen sieben bis acht Jahre bis zur Fortpflanzungsreife. Kleine Omuls unter 30 Zentimeter Länge werden am Baikalsee gefangen und gegessen.

Viele Monate im Jahr ist der Baikalsee trotz seiner Größe und Tiefe zugefroren. Nahezu überall weist sein Wasser Trinkwasserqualität auf.

Der Omul ernährt sich von Plankton und Kleintieren. Er ist eine wichtiger Speisefisch für die Region und bildet vor allem für die ländliche Bevölkerung oft die Lebensgrundlage.

Wie die meisten anderen Vertreter der Gattung ist er wohlschmeckend und wird in jeder denkbaren Zubereitungsart verspeist. Auch der Omulkaviar gilt als Delikatesse. Neben dem Verzehr rund um den See ist auch der Export nach Westrussland von Bedeutung.

Vom Omul werden drei verschiedene morphologische Formen unterschieden, bei denen bislang nicht geklärt werden konnte, ob sie genetisch isolierte Populationen darstellen. Es gibt hierzu zwar Untersuchungen von Burnham-Curtis et al. (2002), allerdings konnten keine genetischen Marker lokalisiert werden.

Die Autoren betonen jedoch, dass es deutliche Hinweise dafür gibt, dass sich die morphologische Variation durch eine Zonenverteilung der Omule innerhalb des Sees erklären lässt, der aus drei Becken besteht. Zwischen 1969 und 1975 war der Fang von Omul komplett verboten, damit sich die Bestände erholen konnten.

Verwandt mit Lachs und Forelle ist der Omul ein köstlicher Speisefisch, der sich auf verschiedene Weise zubereiten lässt. Fischsuppe oder auch geräuchert wird er gerne angeboten. Der kaltgeräucherte Omul wird stärker gesalzen, was ihn länger haltbar macht.

Oft wird er wie eine Art Chips immer wieder als Beilage zum Bier gegessen. Er ist für einen Teil der Bevölkerung die Lebensgrundlage und daher allerorts in der Region auf den Speisekarten zu finden.

Video: Kommerzielles Fischen auf Omul am Baikalsee

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